Der Eflte im Elften in Köln
Am Elften im Elften um 11.11 Uhr wird auf dem Kölner Alter Markt die Karnevalssession feierlich eröffnet. Für Köln ist das die „5. Jahreszeit“. Überall hört man „Kölle Alaaf“. Der Hymnus „Kölle Alaaf“ wurde bereits 1733 nach den Stadtaufzeichnungen als Lob- und Trinkspruch benutzt und ist in seiner Bedeutung etwa „Kölle allein“. Ausgrabungen der Archäologen in Köln beweisen, dass bereits Griechen und Römer zu Ehren Dionysos und Saturn fröhliche Frühlingsfeste mit Wein, Weib und Gesang feierten. Germanen hatten im Frühjahr die Feier der Wintersonnwende und Christen übernahmen die heidnischen Bräuche.
Eine Konsole vom Chorgestühl im Kölner Dom, um 1320, lässt erkennen, dass der Kirche die Bräuche ihrer Kölner geläufig waren. Die Fastnachtsbräuche und mittelalterliche Sinneslust, damals „Mummerei“ genannt, nahmen oft drastische Formen an, von Verdruss von Kirche und Rat der Stadt. Das tolle Treiben auf den Gassen und in den Häusern dauerte drei Tage. Alle Privatgeschäfte wurden eingestellt, nur der tollen Lust war die Zeit gewidmet. Verbote und Verordnungen halfen wenig. Das Wort „Carneval“ tauchte in den Kölnischen Stadtakten um 1780 auf. Seine Deutung kommt aus dem lateinischen „carne vale“ heißt: „Fleisch lebe wohl“. Mit Aschermittwoch beginnt die strenge Fastenzeit.
Im Jahre 1823 wurde im Maiweinhäuschen an St. Ursula, so hieß das Lokal, durch mehrere Kölner Bürger in vielen Besprechungen der Kölner Karneval neu geordnet. Durch Aushänge und Extrablätter wie polizeiliche Bekanntmachungen, wurde auf Zucht und Ordnung hingewiesen. Im „Festordnenden Komitee“ von 1823 wurde das Karnevalsfest mit Ernst und für die sittliche Ordnung besprochen und später dann für entsprechende Lustigkeit plädiert. Das Jahr 1827 wurde das Geburtsjahr der „Fastelovendmötz“. Köln und Karneval sind heute eine untrennbar verbundene Einheit. Das Kölner Dreigestirn sind Symbolfiguren, unter denen sich alle Ausgelassenheit in ein festliches und organisiertes Spiel bindet.
Der Straßenkarneval wird an Weiberfastnacht mit den vielen einzelnen Jecken, der Maskerade von Frauen und Männern eröffnet, den Schul- und Veedelszoch und dann der imponierende Rosenmontagszoch. Auf der Straße ist der richtige urwüchsige Fastelovend zu erkennen. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. „Die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei“.