KG Kölsche Rotshäre

Aus der Geschichte Kölns


Welches Symbol hat der „Bauer“ im Kölner Dreigestirn

Wie kam die Reichsfreiheit im Jahre 1475 nach Köln?

Karl der Kühne, Herzog von Burgund, belagerte 1474 die Stadt Neuss. Er hatte sich mit dem Kölner Erzbischof Rupprecht von der Pfalz verbündet, welcher von der Kölner Bürgerschaft und den Domherren nicht anerkannt wurde. Letztere hatten den Landgrafen Hermann von Hessen zum Beschirmer und Verweser des Erzstiftes Köln bestimmt.

Herzog Karl von Burgund hatte mehr Einfluss im Westen des Reiches. Sein Wunschtraum war, ein großes burgundisch–niederländisches Reich mit Königswürde zu gründen. Karl übernahm die Schirmherrschaft über das Erzstift Köln und versprach Rupprecht von der Pfalz Neuss und Köln zu unterwerfen.

Die Stadt Köln sieht seine Interessen gefährdet und erklärt am 01. August 1474 dem Erzbischof den Krieg. Die Stadtbefestigungen werden wieder in den besten Zustand versetzt. Alle Kölner Bürger müssen 2 Wochen bis zur Fertigstellung mitarbeiten. Bauten außerhalb Kölns werden abgerissen damit die Gegner sie nicht nutzen können. Dies waren überwiegend Gebäude und Höfe aus kirchlichem Besitz, u.a. der Altenberger Hof in Riehl, die Kirche in Sülz, Höfe von St. Pantleon in Sülz. Eine fieberhafte Rüstung hatte begonnen. Jeder Kölner Bürger musste eine 5-%ige Vermögensabgabe entrichten. Es wurden Zwangsanleihen auf kirchlichem Besitz angenommen. Ratsbeschlüsse regeln den Einkauf von Lebensmitteln zur Vorratshaltung, den Ausbau von Brunnen, sie reduzieren das Brotgeld.

Außer den strategischen Maßnahmen war man auch diplomatisch tätig. Man wendete sich an andere Städte und Fürsten, u.a. auch an Kaiser Friedrich III. Dessen zugesagte Hilfe ließ lange auf sich warten. Dem Kölner Bürger Heinrich von Geisbüsch gelang es, den französischen König Ludwig XI für die Kölner Sache zu interessieren und eine Verbindung mit dem deutschen Kaiser Friedrich III: herzustellen.

Am 17. Februar 1475 sendet Köln 2000 Mann zu Fuß und 200 berittene Soldaten den Neussern als Hilfstruppen zu. Anführer waren Wilhelm von Arenberg und Johann von Gymnich. Sie schlagen ihr Lager auf der rechten Rheinseite auf. Im März erreichte Kaiser Friedrich III. Köln. Seine anhaltende Untätigkeit lässt die Neusser verzweifeln. Auch im Kölner Lager macht sich, durch die katastrophale Lage Demoralisierung breit. Als endlich Anfang Juni der Kaiser vor Neuss zieht, kommt es ohne die Beteiligung Kölns zu Verhandlungen, die am 05. Juni 1475 zu einem vorläufigen Friedensvertrag führen. Herzog Karl bricht seine Unternehmungen ab. Der Kaisersohn Maximilian heiratete die Tochter Karls. <

Die Stadt Köln ist weniger zufrieden. Der Kaiser erteilte Köln aus Dankbarkeit am 19.09.1475 das Reichsstadtprivileg; Köln untersteht nur noch dem jeweiligen Kaiser.

Die der Stadt Köln entstandenen Kriegskosten von 800.000,- € zerrütteten die Finanzen der Stadt auf Jahre. Vom tatsächlichen Erfolgt her gehört Köln zu den Verlierern des Krieges, hat jedoch seine Freiheit gerettet. Die Vorteile der Reichsfreiheit brachten späteren Gewinn. Es waren 13 Einzelprivilegien, aus denen besonders das Münzrecht hervorzuheben ist. Alle Befestigungen, die in Vorsorge für eine Belagerung errichtet wurden, wurden Köln zugesprochen. Die Bannmeile der Stadt wurde dementsprechend erweitert.

Kaiser Friedrich dankt der Stadt Köln in einer 7-seitigen Urkunde für die Treue zum Reich und bestätigt noch einmal 13 Urkunden seit 1212 als rechtens. Dies war die Geburtsstunde des Kölner Bauern in seiner deftigen Wehrhaftigkeit.