KG Kölsche Rotshäre

Sessionsorden der KG "Kölsche Rotshäre" von 1990 e.V.


2012

Schon durch den Namen unserer Gesellschaft „Kölsche Rotshäre“ ist es eine Selbstverständlichkeit für uns, dass die Motive unserer alljährlichen Orden das Kölner Rathaus aufgreifen ‐ mit seinen inzwischen wieder zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Schmuckstücken, mit seiner Geschichte, dem aktuellen Geschehen dort, den Beschlüssen des Rates und natürlich mit allem, was irgendwie damit zusammenhängt. Die für uns immer wieder überraschend große Nachfrage nach diesen von unserer Ordensschmiede „Metallkunst Kreiten“ entworfenen und gestalteten Prachtstücken zeigt uns, dass sie offensichtlich zahlreiche Liebhaber finden und wir hier auf einem guten Weg sind.

Der Orden 2012 spannt einen weiten Bogen über viele Jahrhunderte von den Ubiern und den römischen Anfängen sowie der Erhebung zur Kolonie römischen Rechts im Jahre 50 nach Christus, die die in Köln geborene Agrippina in Rom ihrem Gatten, Kaiser Claudius, abtrotzte. „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“, abgekürzt CCAA, war der Name dieser Stadt. Frei übersetzt: „Claudische Kolonie oder Kolonie des Claudius und Altar der Agrippinenser“. Der bildhaft weite Bogen der Entwicklung Kölns bis zum Mittelalter umschließt einen geradezu atemberaubenden Aufstieg zur rheinischen Metropole. (Der Verfasser dieser Ordensvorstellung kann es sich hier nicht verkneifen zu erwähnen, dass die mit dem Buchstaben „D“ beginnende Ansiedlung nördlich von Köln erst 1200 (eintausendzweihundert) Jahre später erstmalig erwähnt wurde.)

„Großartigeres und Schöneres als Köln ist in ganz Europa nicht zu finden.“ Diese Pabst Pius II. (1458 – 1464) zugeschriebene Einschätzung wirft ein Licht auf die Bedeutung der Stadt zum Ende des Mittelalters. Sie bezieht sich auf das einzigartige Stadtbild mit seinen repräsentativen öffentlichen Gebäuden und Bürgerhäusern sowie einer Vielzahl von Kirchen, Kapellen, Stiften und Klöstern. Diese waren es vor allem, die der Stadt zum Attribut „heilig“ verholfen hatten. Die Kölner Bischöfe und reiche Kölner Bürger, ohne deren Geld so manche Kirchen nicht gebaut oder ausgeschmückt worden wäre, haben dazu beigetragen, die einzigartige Stellung Kölns zu begründen. Nicht zuletzt deswegen bildet das Oberteil, der sogenannte Aufhänger bei nahezu allen Exemplaren unseres Ordens die prachtvolle mittelalterliche Stadtsilhouette ab.
Folgerichtig ist auch, dass eine solch schöne Stadt alsbald ein dementsprechendes „Haus der Bürger“, ein prunkvolles Rathaus haben musste, das in Köln durch den Wunsch nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Bürger gegenüber dem Erzbischof als Stadtherrn entstand. Nach dem Sieg über den Erzbischof, seiner Vertreibung nach der Schlacht von Worringen im Jahre 1288 und der Erlangung der Selbständigkeit konnte das Rathaus neben dem Dom zu einem dominierenden Gebäude mit dem Langem Saal (dem Hansasaal) als Kernstück gestaltet werden. Nördlich dieses Saalbaus errichteten 1407 bis 1414 die Zünfte als Zeichen der städtischen Freiheit den mächtigen Rathausturm. Im Zuge des weiteren Ausbaues wurde in den Folgejahren die Rathauslaube mit ihrer Empore errichtet, auf der die Ratsherren sich allmorgendlich ihrem Volke zeigten und die neuesten Beschlüsse verkündeten. Mit dem weiteren Anbau des Bürgerhauses entstanden die Prophetenkammer, die Rentkammer, der Senats‐ und der Muschelsaal sowie die Piazetta mit dem Löwenhof. Natürlich durfte auch die Rathauskirche nicht fehlen.

Mit unserem Orden 2012 erinnern wir an den unbändigen Freiheitswillen der Kölner Bürger, dem Streben nach Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Eigenverantwortung, das auch später mit der Anerkennung als freie Reichsstadt sein Niederschlag fand. Leider ist von diesem Begehren heute bei unseren Stadtoberen wenig übrig geblieben. Allenfalls von Konrad Adenauer wird berichtet, dass er sich als Kölner Oberbürgermeister häufig einer Bevormundung durch die Preußen bzw. die Weimarer Republik zu entziehen versuchte und auch nach dem zweiten Weltkrieg nicht immer die Anweisungen des britischen Militärkommandanten befolgte. Hoffen wir also, dass unser Orden die Erinnerung an die glorreichen Zeiten Kölns im Mittelalter wachruft und den Betroffnen das wünschenswerte Selbstbewusstsein bei ihren wichtigen Entscheidungsfindungen vermittelt.

2011

Die älteste erhaltene Darstellung des städtkölnischen Wappens zeigt einen doppelköpfigen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der in seinen Fängen Schwert und Zepter hält und dessen Leib durch einen Wappenschild geschützt ist. Dieser geteilte Schild trägt im oberen Teil drei goldene Kronen, Sinnbild der Heiligen Drei Könige, der Schutzpatrone der Stadt. Das untere weiße (silberne ) Feld war zunächst leer bzw. damasziert, d. h. als glatte Wappenfläche mit Ornamenten verziert. Daraus entstand im Laufe der Zeit ein Hermelin-Pelzwerk mit elf schwarzen Schwänzen, die als elf Flammen gedeutet und auf die elftausend Begleiterinnen der britannischen Prinzessin St. Ursula bezogen wurden, die nach der Legende vor den Toren Kölns durch die Hunnen das Martyrium erlitten. Dieser Wappenschild ist das Motiv für den Orden unserer Gesellschaft in der Session 2010/2011. Der Reichsadler mit dem Dreikronenbrustschild kommt bereits im Jahre 1493 in privaten Darstellungen vor. Amtliches Kölner Stadtwappen wurde er nach Beschluss des Kölner Rates und durch allerhöchste Kabinettsorder der Preußen vom 22.12.1817. Die drei Kronen sollen daran erinnern, dass Köln in der Zeit von 1475 bis 1798 eine freie Reichsstadt war, also keinem Reichsfürsten sondern direkt dem Kaiser unterstand. Die gegenwärtige Fassung des Wappens datiert aus dem Jahre 1897.

Redaktionelle Anmerkung: Allen Mitgliedern unserer Gesellschaft gegenüber, die in der Schule in Heimatkunde nicht aufgepasst haben, wird hier ausdrücklich erklärt, dass die drei Kronen im Kölner Stadtwappen nicht etwa unsere Vorstandsmitglieder Mucki, Wolfgang und Ingo symbolisieren und auch nicht für Prinz, Bauer und Jungfrau stehen, sondern für die Heiligen Drei Könige, Kaspar, Melchior und Balthasar. Ebenso trifft es nicht zu, dass der Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige von Fans des 1. FC Köln nach einem verlorenen Spiel gegen Inter Mailand in der Champions League im Mannschafts-Bus nach Köln gebracht worden sei. Das war Reinald von Dassel im Jahre 1164 und der war, wie uns glaubhaft versichert wurde, kein Anhänger vom 1. FC Köln.
Alles klar ???

2010

Der Orden unserer Karnevalsgesellschaft in dieser Session geht auf eine symbolische Darstellung der Aufgaben und Arbeit der Ratsherren in Köln in einem Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert des Malers Johann Toussyn zurück. Unter dem geschwellten Großsegel mit dem kaiserlichen Doppeladler steuern die Bürgermeister das Ratsschiff durch alle Stürme und Gefahren. Aus den Wolken blasen Engel gute Winde zu, und auch Neptun garantiert mit einer Schar von Meeresgöttern einen sicheren Fahrweg. Selbst die Gottesmutter blickt huldvoll zu der Mannschaft hinab, und der Segen des Jesuskindes erfasst das ganze Schiff. Denn es sind die sieben Tugenden selbst, die das Ruder führen: die Hoffnung, der Glaube, die Liebe, die Stärke, die Mäßigkeit, die Gerechtigkeit und die Klugheit. "Ein Vergleich mit der K.G. Kölsche Rotshäre drängt sich da ganz natürlich auf. Auf einen namentlichen Hinweis, um welche lebende Akteure unserer Gesellschaft es da auf dem Schiff geht, haben wir jedoch vorsichtshalber verzichtet!"

2009

Bei dem Orden für die Session 2008/2009 sind wir sehr weit in die Kölner Vergangenheit eingestiegen. Nämlich bis zu dem Mann, auf den die Entstehung unserer Stadt zurückgeht, nämlich Agrippa, den Gründer Kölns, der als junger Mann im Alter von 25 Jahren römischer Heerführer war und im Jahre 38 vor Christus für seine Soldaten in der Kölner Bucht einen geeigneten Lagerplatz suchte und fand - mit einem sicheren Hafen dort, wo heute der Alter Markt ist und einer möglichst seichten Stelle zur Überquerung des Rheins. Er war römischer Staatsmann, Feldherr, Architekt, Geograph und aktiv am Aufbau des römischen Reiches beteiligt, das damals von Persien bis England reichte und Landesgrenzen von über 16 000 Kilometern zu sichern hatte. Die Ubier errichteten dann mit seiner Zustimmung das "oppidum Ubiorum", also den Ort der Ubier und der römischen Soldaten und Veteranen, den dann im Jahre 50 nach Christus die Enkeltochter von Agrippa, die Kaiserin Agrippina, zur Stadt erheben ließ, weil sie hier geboren war. Diese Stadt trug den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Kolonie des Claudius und Altar der Agrippinenser), woraus im Laufe der Zeit sich der Name "Köln" bildete. Das Motiv für unseren Orden ist an der prächtigen Ostfassade vom Gürzenich über der linken (südlichen) Eingangstür zu finden. Es zeigt Agrippa unter einem Baldachin in einer mittelalterlichen Ritterrüstung hinter dem Kölner Wappen stehend, symbolisch als Beschützer dieser Stadt.

2008

Unser Orden 2008 zeigt den Kölner Dom mit einem Bruchstück aus der Domfassade, versehen mit einer Schriftrolle (hinter dem Orden eingerollt) auf der die Geschichte des Kölner Doms beschrieben wurde. 1996 wurde der Kölner Dom von der UNESCO als eines der europäischen Meisterwerke gotischer Architektur eingestuft und zum Weltkulturerbe erklärt. Wegen der Gefährdung der visuellen Integrität des Domes und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch die Hochhausplanung in Köln-Deutz, sollte diese Auszeichnung wieder aberkannt werden. Nach Änderung der Höhenentwicklung im Hochhauskonzept für den rechtsrheinischen Bereich und nach langem Hin und Her nahm die UNESCO von einer Aberkennung erfreulicherweise Abstand. Aus diesem Grund widmen die Kölsche Rotshäre den Orden der karnevalistischen Session 2008.

2007

Das Goldene Buch, in das sich bei festlichen Anlässen hohe Gäste der Stadt Köln eintragen, zeigt auf der Vorderseite als vergoldetes Silberrelief den Besuch Kaiser Maximilians im Jahre. 1505 zum Reichstag in Köln. Der Kaiser, unter einem Balda-chin schreitend, wird von den Kölner Bürgermeistern mit ihren Stäben in der Hand empfangen. Im Hintergrund erscheinen der Gürzenich und der Turm des Rathauses. Unterhalb des Reliefs in transluzidem Email das Kölner Wappen, gerahmt von Löwe und Greif. Das Rankenwerk der Rahmung des Deckels greift auf das Vorbild des jurisdiktionsschwertes der Kölner Bischöfe aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Auch hier ist das Rautenwerk rot unterlegt. Gefasste Bergkristalle sichern das Relief vor Beschädigungen beim Aufschlagen des Buchs. Der Rücken ist in fünf Felder geteilt. Die drei mittleren zeigen drei Kronen in Anspie-lung auf das Kölner Wappen. Das obere trägt die ausgeschnittene Inschrift: "anno", das untere "1897". Die Rückseite wiederholt die Aufteilung der Vorderseite. Statt des stark herausgear-beiteten Reliefs erscheint ein Reichsadler mit einer Darstellung des Kölner Bauern auf der Brust.

2006

Aktueller Anlass sind die Rathausfiguren auf dem Rathausturm, welche bereits nach 10 Jahren wegen Absturzgefahr wieder herunter genommen werden mussten. Die ca. 280kg schweren und ca. 160 cm großen aus Stein gemeiselten Figuren waren allesamt Stiftungen und die Stifter waren hierüber sicherlich nicht erfreut. Sollten doch diese Figuren über Jahrhunderte hinweg einen festen Platz auf dem Rathausturm erhalten. Es entbrandte ein politischer Streit und die KG Kölsche Rotshäre haben den Orden 2006 daher entsprechend gestaltet. Er zeigt ein Achtungsschild vor dem Rathausturm mit dem Hinweis "Achtung herabstürzende Rotshäre". Symbolisch wurde ein Rotshär als Figur dargestellt. Diese Figur ist abnehmbar und wurde vergoldet sowie mit einem Ansteckpin versehen.

2005

Die aus einem einzigen Bergkristallblock geschnittene Hansekogge. Sie gehört zu einem festlichen Tafelaufsatz – „Vater Rhein“ genannt – der auf der Weltausstellung im jahre 1900 in Paris als exponat rheinischer Goldschmiedekunst diente.

2004

Die im Jahre 1573 fertiggestellte Renessaincelaube, die Eingangshalle zum Ratssaal, stellte im Mittelalter das Bindeglied zwischen den kölner Bürgern und dem Rat der Stadt dar. Sie blieb als einziger Teil des Rathauses im Zweiten Weltkrieg halbwegs unbeschädigt.

2003

Zwei Rotshäre im mittelalterlichen Ornat präsentieren das historische Stadtbild. Ganz links der Rathausturm als Zeichen der freien Kölner Bürger. Daneben Groß St. Martin, im Hintergrund St. Gereon und daneben unseren Dom, der über einige Jahrhunderte als Bauruine mit einem riesigen Baukran aus Holz versehen unsere schöne Heimatstadt zierte, bis dann 1880 Kaiser Wilhelm I zur Stärkung von Preußens Gloria uns die Domtürme spendierte.

2002

Die kölnische Mark. An der Schwelle von der D-Mark zum Euro bildet sie den Mittelpunkt des diesjährigen Ordens. Kaiser Karl v. bestimmte die kölnische Mark 1524 in der sogenannten Reichsmünzordnung zum alleingültigen Münzgewicht im heiligen römischen Reich deutscher Nation – also von Skandinavien bis Sizilien. Diese Fakten nahm der Präsident der deutschen Bundesbank, Herr Welteke, am 17.12.2001 beim Bürgerforum der Stadtsparkasse Köln zum Anlass seiner Aussage.

2001

Die Intarsienprunktür in der Prophetenkammer. Sie bildet Heute die prunkvolle Verbindung zwischen dem Hansasaal und der Prophetenkammer und feierte im jahre 2001 ihren 400. Geburtstag.

2000

Der Senatssaal im Kölner Rathaus, von 1597 bis 1602 – also vor rund 400 Jahren – lässt der Rat der Stadt Köln sich diesen 10x10 Meter grossen Saal im Stil der Renaissance herrichten.

1999

Die Nordwand des Hansasaales mit den Skulpturen von acht im einzelnen unbekannten Propheten, die vor der Zerstörung des Rathauses in der Prophetenkammer aufgestellt waren.

1998

Der Platz-Jabbeck. – ein riesiger, eichenholzgeschnitzter Groteskkopf an der Ostseite des Rathausturms unterhalb der Rathausuhr – streckte bei jedem Glockenschlag der Turmuhr die Zunge raus.

1997

Südwand des Hansasaales. Die Figuren, die neun guten Helden, symbolisieren die drei Zeitalter der Heilsgeschichte durch hervorstechende Persönlichkeiten wie Karl Der Grosse, König David und Julius Cäsar.

1996

Das Kölner Rathaus mit Rathauslaube und dem Turm von Gross St. Martin. Erste Erwähnung 1135. Nach Zerstörung durch Brand von 1360 an Kontinuierlich auf- und weitergebaut. Im zweiten Weltkrieg völlig zerstört, 1968 Ratsbeschluss zum Wiederaufbau. Der Orden erschien zum 600-jährigen Jubiläum des Verbundbriefes – eine der ersten demokratischen Verfassungen in Europa.

1995

Das Kölner Stadtwappen - gleichzeitig auch Wappen unserer kg. Greif und Löwe als Sinnbilder für Kraft, Macht,Intelligenz,Weisheit und Tapferkeit, halten in den Pranken und Fängen den Schild mit den drei Kölner Königskronen und den elf Flammen

1994

Der Löwenkampf des Bürgermeisters Gryn – Relief - an der Rathauslaube, symbolisiert den Kampf des Guten gegen das Böse.

1993

Der Rathausturm - 1407 bis 1414 - von den Kölner Bürgern errichtet, als Zeichen ihrer gewonnenen Unabhängigkeit und Herrschaft über die Stadt.

1992

Der erste Orden
Mit der Abbildung der Gründungsmitglieder. v.l. Hans Jock, Rüdiger Grosshäuser, Dieter Wichterich, Christian Schäfer, Dieter Krings und Hugo Wilhelm.